Finanzielle Anerkennung und institutionelle Förderung für das Engagement von MJSO

Meist sind es Ehrenamtliche in Jugendmigrant_innenorganisation, die sich um Drittmittelakquise in den Verbänden kümmern. Dabei stoßen sie regelmäßig auf bürokratische Vorgaben – bspw. bei der Erstellung von Abrechnungen – und auf Antragsverfahren, die bei etablierten Vereinen von hauptamtlichen Beschäftigten erledigt werden. Als Ehrenamtliche nehmen diese Vorgaben zeitliche Ressourcen sehr stark in Anspruch und schränken dadurch Beteiligungsmöglichkeiten als Verein ein.

Bei allem Verständnis für bürokratische Notwendigkeiten, ist es jedoch für einen Verein mit (fast) ausschließlich ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen kaum möglich, dieses Dickicht zu bewältigen und neben etablierten Vereinen mit hauptamtlichen Mitarbeiter_innen zu bestehen. Auch dies schränkt unsere Beteiligungsmöglichkeiten stark ein.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schreibt in seiner Veröffentlichung vom 14. Januar 2013 zum Thema „Strukturförderung von Migrantenorganisationen auf Bundesebene", dass das Bundesministerium des Inneren das Ziel verfolgt, Migrant_innenorganisationen bei ihrer Professionalisierung zu unterstützen und sie langfristig als Kooperationspartner zu stärken. Dennoch hat im gleichen Jahr keine Jugendmigrant_innenorganisation den Zuschlag für eine institutionelle Förderung erhalten.

Aber gerade eine projektunabhängige Förderung würde es Jugendmigrant_innenorganisationen erlauben, stärker als bislang als Partner_innen und Mittler_innen – insbesondere im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements – aufzutreten.

Ehrenamt braucht Hauptamt!

Feste Strukturen zur Koordination und zur Professionalisierung der Vereinsaktivitäten und zur Organisationsentwicklung sind notwendig.

Diese ließen sich über eine mehrjährige strukturelle Förderung von Jugendmigrant_innenorganisationen realisieren. Denn Jugendmigrant_innenorganisationen können einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt, zur Gerechtigkeit sowie zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft leisten – wenn sie denn die nötigen Ressourcen haben würden.

Seit 2016 erhalten die Verbände des JMB Berlin eine zeitlich befristete strukturelle Förderung – ein großer Erfolg, den es zu halten gilt.