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Jugendkongress des JMB Berlin 2016

Donnerstag, 29. September 2016

Jugendkongress des JMB Berlin 2016

WOHIN WILLST DU? Jugendkongress des JMB Berlin

„...hintergrund? – nein danke!“ Junge Menschen haben es satt, ständig mit Fragen nach der eigenen Herkunftsbiografie konfrontiert zu werden. Denn diese Blickrichtung entspricht nicht den Lebensrealitäten junger Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Berlin haben. Von höherer Relevanz sind andere Fragen: Wie stellst du dir dein Leben vor? Wie kannst du deine Visionen von der Zukunft realisieren? Welche Erwartungen hast du an Politik, Gesellschaft? WOHIN WILLST DU?

Am 5. November 2016 veranstaltete der Jugendmigrationsbeirat Berlin daher im TAK Theater im Aufbau Haus zu diesen Fragen seinen ersten Jugendkongress - als offenen Austausch junger Menschen zu den Themen, die sie als relevant erachten.

Im ersten Teil der Veranstaltung wurden Workshops angeboten, um die Positionen junger Berliner_innen zur Zukunft Berlins zum Ausdruck zu bringen. Mit verschiedenen kreativen Methoden konnten sich die Teilnehmer_innen mit ihren Erwartungen, Visionen und Wünschen auseinandersetzen.

Im Poetry Slam Workshop ging es neben rein handwerklichen Übungen vor allem darum, die Fantasie zu fördern, um abseits der Logik in die Tiefen der Poesie einzutauchen. Zur Vorbereitung der Präsentation bot der Dozent Thorsten Becker zum Abschluss ein Performance-Training an.

Die Zuckerwattenkrawatten vermittelten im Comic-Workshop alle grundlegenden Informationen zu Aufbau und verschiedenen Stilen des Comics. Im Anschluss entwarfen die Teilnehmer_innen eigene Comics.

Wie kann ich mich, meine Gedanken, meine Meinung durch und mit Gesang und Musik ausdrücken? Diese Frage stand im Fokus des Musik-Workshops, den Gabriele Schleicher anbot.

Im Workshop „Argumentationstechniken und Rhetorik“ von i,Slam ging es darum, wie Worte mit Wirkung eingesetzt werden können.

Ebenfalls im Angebot waren ein Theater-Workshop von Karin Baumert, ein Workshop zum Thema „No Hate Speech“ von Sina Laubenstein /No Hate Speech Movement Deutschland) und ein Workshop zum Thema „Kunst & Spiel“ vom KulTourMobil, djo-Regenbogen Berlin.

Im zweiten Teil der Veranstaltung, dem Parlamentarischen Empfang, wurden die Ergebnisse des Tages präsentiert.

 

„Wohin wir wollen – Vorschläge für die Zukunft des Berliner Stadtlebens“

Darüber diskutierten Vertreter_innen aus Politik, Medien und Jugendverbandsarbeit in der abschließenden Fishbowl-Diskussion.

İmran Ayata, Autor, Campaigner und Mitbegründer von Kanak Attak, erläuterte zu Beginn des Gesprächs, dass und inwiefern sich die gesellschaftspolitische Lage in den letzten Jahren verändert hat. Dies zeige sich vor allem darin, wie die Diskurse zu den Themen Migration und Integration geführt werden. Das Verständnis von Zugehörigkeit und Identität ist weiter und offener geworden.

Hetav Tek, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendring, bestätigte diese positiven Entwicklungen am Beispiel des Themenfeldes Interkulturelle Öffnung: Vor zehn Jahren sei ein Jugendmigrationsbeirat und vor allem dessen Förderung kaum möglich gewesen. Migrant_innenjugendselbstorganisationen sind längst selbstverständlicher Teil der Jugendverbandslandschaft in Deutschland. Dennoch entspricht die Anerkennung, die MJSO für ihre Arbeit erhalten, noch nicht in vollem Maße ihrer Relevanz.

Mehr Präsenz für MJSO zu schaffen und ihr Wirkungsfeld zu vergrößern, ist eines der zentralen Anliegen des Jugendmigrationsbeirat Berlin, so Sarwar Faraj, Mitglied im Sprecher_innenrat des JMB Berlin. Der Zusammenschluss soll einen Weg darstellen, die Stimmen junger Menschen zu bündeln – und ihnen somit mehr Gehör zu verschaffen. Der Jugendkongress war ein erster Aufschlag, um Positionen junger Menschen sichtbar zu machen und mit der Politik und anderen Akteuren der Jugendverbandsarbeit ins Gespräch zu kommen.

Der Integrationsbeauftragte Berlins, Andreas Germershausen, bestätigte die Relevanz von gesellschaftlichem Engagement und politischer Teilhabe. Dass dieses Verständnis auch Eingang in die Berliner Landespolitik gefunden hat, werde an der Entwicklung der Berliner Integrationspolitik sichtbar, insbesondere durch das Partizipations- und Integrationskonzept, das 2010 verabschiedet wurde.

„Junge Politik ist Teilhabepolitik!“ konstatierte Hetav Tek zum Ende der Diskussion. İmran Ayata erinnerte an die Notwendigkeit, Räume zu erkämpfen – auch die gegenwärtige Situation ist Ergebnis dessen, was Menschen eingefordert haben. Diese Möglichkeit sollten auch junge Menschen nutzen – nämlich „Dinge auf den Kopf stellen und Selbstverständlichkeit herstellen“.


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